Elke Twesten MdL

Frauenpolitische Sprecherin

Landesseniorenkonferenz der Gewerkschaft der Polizei Landesverband Niedersachsen

Zukunft gestalten – Einmischen erwünscht

Am 12. April war ich zu Gast bei der Landesseniorenkonferenz der Gewerkschaft der Polizei (GdP) Niedersachsen im Jeddinger Hof in Visselhövede. Ich bedanke mich für viele gute Gespräche und Anregungen rund um Fragen der Besoldung und Alterssicherung, zum Thema Innere Sicherheit und Gefahrenabwehr. Hier mein Grußwort zum Nachlesen:

Sehr geehrte Damen und Herren,

 zunächst meinen herzlichen Dank Ihnen Herr Jark, dass Sie mich so nett angekündigt haben – ich freue mich sehr, hier zu sein und bedanke mich für die freundliche Einladung hier nach Jeddingen, in meinen Heimatlandkreis, für den ich seit zehn Jahren im Niedersächsischen Landtag sitze.

Ich möchte zunächst die Gelegenheit wahrnehmen, Ihnen die herzlichsten Grüße sowohl aus Hannover als auch aus Rotenburg zu überbringen. Ich freue mich, dass Sie aus allen Teilen Niedersachsens den Weg zu uns gefunden haben, um Ihre Landeskonferenz hier in einem Tagungshotel durchzuführen, welches sich für Veranstaltungen dieser Art ein in den letztes Jahren geradezu vorbildliches Renommée erarbeitet hat. Aber wem sage ich das: Sie, viele, sicher die meisten von Ihnen, sind heute nicht zum ersten Mal hier. Deswegen umso wichtiger mein Dank an Familie Vollmer und Team, dass wir ein Seminarhotel wie Sie hier bei uns im Landkreis haben und die GdP zum wiederholten Mal beherbergen!  

Meine sehr verehrten Damen und Herren, 

wir leben alle länger, und das ist ein großartiges Geschenk! Der demografische Wandel lässt uns aber nicht nur älter werden, sondern wir werden insgesamt weniger, aber nicht weniger Ältere. Ihre und meine Generation, die sogenannten „Baby-Boomer“, machen die Generation der Älteren jetzt und in ungefähr zehn Jahren zu der dann größten Bevölkerungsgruppe. Deswegen meine Damen und Herren, ist es gut, wenn Sie und wir rechtzeitig anfangen, sich Gedanken darüber zu machen, wie wir unsere Zukunft gestalten wollen. Es ist also gut, auch dann am Ball zu bleiben, wenn man aus dem aktiven Dienst ausscheidet: Nicht nur um Erfahrungen weiterzugeben, sondern vor allem muss es darum gehen, dass Sie Ihre Vorstellungen über Ihre Zukunft selbst formulieren. Und ich bin sicher, Sie wollen vor allem gesund alt werden und das, ohne sich allzu viele Gedanken um eine ausreichende Versorgung machen zu müssen.

Mit Ihnen, den jungen Alten muss es also gelingen, neue, vielfältige Altersbilder zu entwickeln, Sie wollen nicht unsichtbar sein, sondern wertgeschätzt werden für Ihre jeweils unterschiedlichen gesellschaftlichen Leistungen. Und aus diesem Grund tun wir, die etwas Jüngeren, gut daran, wenn wir uns hier und heute mit Ihnen darüber austauschen, wie ein partnerschaftliches Miteinander von Jung und Alt, Arm und Reich gestaltet werden kann, wie die bessere Balance von Familien- und Arbeitszeiten aussehen muss, wie sinnvoll eigentlich flexible Altersrenten sind und wann lebenslanges Lernen anfängt und wie Wohnformen für mehrere Generationen, Caring Communities und menschenwürdige, kultursensible Pflege aussehen.

Wir und alle nachfolgenden Generationen sollten uns nicht länger von veralteten Arbeitsstrukturen durchs Leben hetzen lassen, sondern die verlängerte Lebensarbeitszeit neu aufteilen: Mit Sabbatphasen und kürzeren Wochenarbeitszeiten in Lebensabschnitten, in denen wir mehr Zeit für die Familie brauchen. 

Wir leben in einer Zeit, in der es bisher wenig positive Vorbilder für die neuen Alten gibt – aber das ist auch eine Chance, die Sie und ich ergreifen wollen, um zu gestalten. Freuen Sie sich über die geschenkten Jahre und gehen Sie umsichtig damit um.

An dieser Stelle gebührt Ihnen zunächst ein Dank für Ihre aktive Zeit, in der Sie Tag und Nacht, an Wochenenden und Feiertagen für uns alle tätig waren und maßgeblich zum fortwährend hohen Sicherheitsniveau in Niedersachsen beigetragen haben. Fakt ist und war die Innere Sicherheit - Gefahrenabwehr und Prävention sind auch heute die Eckpfeiler Rot-Grüner Regierungspolitik in Niedersachsen, aber immer mit Augenmaß und auf dem Boden unserer Demokratie.

Der Doppelhaushalt 2017/18 macht deutlich, dass Rot-Grün diesen Weg konsequent weitergeht und damit für Sicherheit und Schutz für die Menschen in Niedersachsen sorgt. Wir entwickeln die Niedersächsische Polizei zu einer modernen Bürgerpolizei und passen ihr Handeln laufend an gesamtgesellschaftliche und politische Herausforderungen an. Fakt ist, dass Niedersachsen noch nie so viele Beschäftigte in der Polizei hatte wie jetzt.

Aber für die Zukunft ist vor allem die Anzahl der zusätzlichen PolizeianwärterInnen wichtig. Mit unserem Landeshaushalt schaffen wir die Voraussetzungen dafür, dass anstelle von bisher 750 AnwärterInnen jetzt 1000 eingestellt werden können, die die Dienststellen künftig zweimal im Jahr verstärken, weil die Studiengänge sowohl im Oktober als auch im März anfangen. Wir bilden in Nienburg aber nicht nur qualitativ hochwertig aus, sondern bieten jungen Polizeibeamtinnen eine berufliche Perspektive. Ab dem 1.12.2017 werden wir weitere zusätzliche Stellenhebungen von A 9 auf A 10 und von A 10 auf A 11 vornehmen und dafür zusätzlich 3,6 Mio. € einplanen. So reformieren wir die Stellenstruktur, verkürzen die Wartezeiten, fördern die Motivation der Beschäftigten im Polizeidienst und steigern die Attraktivität der Polizei im Wettbewerb um qualifizierte Kräfte.
Ohne eine anständige Bezahlung, meine Damen und Herren, verlieren wir an dieser Stelle den Wettbewerb um die besten Köpfe mit der Privatwirtschaft, das kann niemand wollen.  

Last but not least möchte ich, dass Sie wissen, dass die Heilfürsorge wieder eingeführt wurde und wir kräftig in Schutzwesten, Schutzhelme und in die persönliche Sicherheit investieren. Bei oftmals ungeklärten Einsatzlagen, wenn Polizistinnen und Polizisten für die Sicherheit von uns allen, ihre Gesundheit und in Extremlagen auch ihr Leben riskieren, brauchen sie die beste verfügbare Ausstattung, um sich vor Angriffen von außen zu schützen. 

Das alles wissen Sie eigentlich viel besser als ich – Sie sind diejenigen, die mit ihrer Erfahrung aus vielen Berufsjahren diejenigen, die die jetzigen Entscheidungsträger bei ihren Überlegungen,
wie eine zukunftsfähige Polizeiarbeit aussehen kann, nicht nur sehr gut begleiten können, sondern müssen! Deshalb ist mein Wunsch für Sie: Mischen Sie sich kräftig ein, denn „Senioren haben das letzte Wort - an Ihnen kommt hoffentlich niemand vorbei!“



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