Elke Twesten MdL

Frauenpolitische Sprecherin

Landtag debattiert über Zukunft der Geburtshilfe

Elke Twesten: Jetzt handeln und Hebammen stärken, um Wahlfreiheit zu sichern!

Quelle: Fotolia by Inara Prusakova

Der Niedersächsische Landtag hat in seiner heutigen Sitzung auf Initiative der Grünen über die unverändert besorgniserregende Situation der Hebammen debattiert. Anlass ist ein Schiedsspruch, der in dieser Woche über die Vergütung von Beleghebammen entscheidet.

„Von dieser Entscheidung hängt viel ab“, so Elke Twesten, Grüne Landtagsabgeordnete aus Scheeßel. „Das geburtshilfliche Angebot durch Beleghebammen und damit die Wahlfreiheit werdender Eltern könnte massiv eingeschränkt werden. Unser Ziel ist eine berufs- und institutionenübergreifende Zusammenarbeit von Ärztinnen und Ärzten, Hebammen, Kliniken und Geburtshäusern, um vor allem auch die natürliche Geburt zu stärken.“

„Insbesondere die Ansiedlung von Geburtshäusern und ein flächendeckendes Angebot von Hebammen gerade auch im ländlichen Raum“, so die Abgeordnete weiter, „muss unbedingt sichergestellt werden. Dafür ist vor allem die Lösung der Haftpflichtversicherungsfrage für GeburtshelferInnen sowie eine Neuausrichtung der Finanzierung der Geburtshilfe mit den Kliniken unerlässlich.“

Die geringe Vergütung in Kombination mit den immer noch hohen Haftpflichtversicherungsprämien führt jedoch dazu, dass entsprechende Angebote nur begrenzt zur Verfügung stehen und werdende Eltern im Zweifelsfall gegen ihren ausdrücklichen Wunsch in einer Klinik entbinden müssen. „Die außerklinische Geburtshilfe wird mittlerweile so stark nachgefragt, dass Geburtshäuser und freiberufliche Hebammen teilweise lange Wartelisten haben“, schildert Elke Twesten die Situation.

Die Entscheidung über den Entbindungsort ist jedoch bei Weitem nicht nur eine über das Wunsch- und Wahlrecht von PatientInnen, sie hat auch eine frauenpolitische Dimension: „Eine Geburt ist ein für jede Frau einschneidendes und sehr intimes Ereignis. Es ist Aufgabe der Politik, werdenden Müttern ein Höchstmaß an Selbstbestimmung zu ermöglichen“, so Elke Twesten, Frauenpolitische Sprecherin der Landtagsfraktion, weiter. „Wir appellieren daher an die zuständige Bundesregierung, endlich für eine ausreichende Hebammenversorgung und eine angemessene Vergütung zu sorgen. Auch die Problematik der Haftpflichtversicherung ist nur vorerst vom Tisch – Hebammen jedoch brauchen eine langfristige Perspektive!“

 



Zurück zum Archiv

Aktionen & Kampagnen